Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagHöllenhund zettelt Revolte bei der Commerzbank an

10.06.2020, 09:24 Uhr

Bisher konnte die Commerzbank ihren Großinvestor Cerberus mit seinen Forderungen auf Abstand halten. Von jemandem, der sein Unternehmen nach dem Höllenhund der antiken Mythologie benennt, ist allerdings nicht zu erwarten, dass er sich das stillschweigend gefallen lässt. Nun geht der Finanzinvestor bei Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank zum Angriff über.

In einem Brief an den Aufsichtsrat, der Reuters vorliegt, fordert Cerberus einen Kurswechsel: "Die prekäre Situation der Commerzbank erfordert jetzt schnelles und entschlossenes Handeln." Es sei an der Zeit, neue Ideen und Energie einzubringen, damit das Institut in eine bessere Zukunft gehen könne. "Der Vorstand und die Aufsichtsräte haben es versäumt, wesentliche operative und technologische Maßnahmen umzusetzen", monierte Cerberus. k

Cerberus verlangt eine Antwort bis Freitag. Eine Commerzbank-Sprecherin lehnte einen Kommentar ab. Um künftig mehr Schlagkraft zu haben, will Cerberus nun zwei Sitze im Kontrollgremium der Bank einnehmen. "Dies wird helfen, die drängenden Herausforderungen anzugehen, vor denen das Unternehmen steht", hieß es in dem Brief.

Die Commerzbank rutschte im ersten Quartal in die Verlustzone, zahlt keine Dividende an ihre Aktionäre und kommt mit ihren Plänen für den Konzernumbau schleppend voran.

Cerberus hält seit Mitte 2017 fünf Prozent an dem Geldhaus. Der Investor geht davon aus, dass sich seinen Forderungen weitere Anleger anschließen.