Der Börsen-TagIfW: Russland hat in Handelskrieg deutlich mehr zu verlieren
Die russische Volkswirtschaft würde durch eine Entkoppelung ihrer Handelsbeziehungen von den USA und ihren Partnern nach einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) langfristig deutlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als die der Alliierten. Russlands Wirtschaftsleistung würde in einer Modellierung auf längere Sicht jährlich um knapp 10 Prozent geringer ausfallen, als wenn die Handelsbeziehungen fortbestünden, teilte das Institut mit. Die Alliierten hätten dagegen in diesem Zeithorizont deutlich geringere Einbußen zu beklagen.
Die Einschätzungen ergeben sich den Angaben zufolge aus einer Modellsimulation in einem gemeinsamen Arbeitspapier von Forschern des IfW und des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). "Ein Handelskrieg zwischen Russland sowie den USA und ihren Verbündeten würde Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen. Die Alliierten dürften zwar kurzfristig ebenfalls zum Teil stark betroffen sein, auf längere Sicht haben sie aber im modellhaft simulierten Fall insgesamt nur eine um jährlich 0,17 Prozent geringere Wirtschaftsleistung zu befürchten", sagte IfW-Handelsforscher Alexander Sandkamp.