Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIfo-Chef sieht nach Zinsanstieg dringenden Handlungsbedarf

20.08.2026, 07:38 Uhr

Clemens Fuest fordert die Bundesregierung angesichts stark gestiegener Anleiherenditen zum Handeln auf. "Der Anstieg der Zinsen auf Staatsanleihen ist Ausdruck wachsender Sorge über steigende Staatsverschuldung und drohende höhere Inflation", sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo.

"Deutschland sollte eine überzeugende, mehrjährig angelegte Strategie zur Senkung der Staatsausgaben und zur Stärkung des Wirtschaftswachstums vorlegen." Dabei sollten investive Ausgaben allerdings geschont werden. "Das würde das Vertrauen in die deutschen Staatsfinanzen stärken und die Zinskosten senken", betonte Fuest.

Die Renditen für Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sind in dieser Woche auf rund 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren gestiegen. Höhere Renditen sind für Finanzminister Lars Klingbeil eine schlechte Nachricht, da sie die Aufnahme neuer Schulden verteuern und den Spielraum für andere Ausgaben wie Investitionen oder Sozialleistungen einschränken.

Als ein Auslöser des globalen Renditeanstiegs gilt die Sorge über eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten. Anleger befürchten, dass ein längerer Iran-Krieg die Energiepreise und damit die Inflation hochhalten könnte. Dies könnte etwa die Europäische Zentralbank (EZB) zu weiteren Zinserhöhungen zwingen, um die Teuerung zu bekämpfen. Hinzu kommt eine hohe Verschuldung in Deutschland angesichts milliardenschwerer Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Ein weiterer Faktor dahinter ist der wachsende Konkurrenzdruck durch enorme Anleiheemissionen großer US-Technologiekonzerne, die ebenfalls um das Geld der Investoren werben. Dies treibt vor allem in den USA die Renditen

Quelle: ntv.de