Der Börsen-TagIndiens Banken brauchen deutlich mehr Geld
Von Russland nach Indien. Den Subkontinent hatte ich kurz beim Billigauto-Projekt gestreift. Indien steht aber aus einem anderen Grund im Fokus: Die Banken ächzen unter faulen Krediten in Rekordhöhe. Das nagt an den Gewinnen der Banken und dämpft die Vergabe neuer Kredite - vor allem an kleinere Firmen.
Analysten schätzen, dass indische Banken zusätzliche 40 bis 65 Milliarden US-Dollar benötigen, um die faulen Kredite in ihren Bilanzen zu bereinigen und die strengeren Kapitalanforderungen zu erfüllen, die im internationalen Regulierungsrahmen namens Basel III festgelegt sind. Mehrere Banken haben bereits Pläne zur Eigenkapitalbeschaffung vorgelegt, dazu gehören der Verkauf von Vermögenswerten und die Emission von Anleihen. Ob das reicht, bezweifeln Experten. Mehr Geld aus Delhi hat der Finanzsektor nicht zu erwarten.
Die Regierung versucht, die sich abkühlende Konjunktur anzukurbeln. Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal mit 5,7 Prozent so langsam gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr. Die im vergangenen November überraschend verkündete Bargeld-Reform hat das Wachstum der Volkswirtschaft deutlich geschwächt. Über Nacht wurden rund 86 Prozent des gesamten in Umlauf befindlichen Bargeldes wertlos.