Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIndikator schürt Angst vor US-Rezession

05.12.2018, 15:40 Uhr

Nachdem der Dow-Jones gestern gut drei Prozent verloren hat, bleiben die US-Börsen zur Wochenmitte wegen eines Staatsaktes für den am Wochenende verstorbenen Ex-Präsidenten George Bush geschlossen. Frische Impulse aus den USA sind somit nicht zu erwarten.

Mit Sorge schauen Anleger auf die Annäherung der Renditen kurz- und langlaufender US-Anleihen. Börsianer sprechen von einer "inversen Zinskurve", wenn Anleihen mit kurzer Laufzeit mehr Rendite bringen als Bonds mit langer Laufzeit. Dies kündigte in der Vergangenheit meist eine Rezession an.

"Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die US-Zinskurve achtmal invertiert und jedes Mal folgte darauf eine Rezession", warnt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Und auch jetzt ist die Angst begründet. Die Weltwirtschaft könnte schon Mitte kommenden Jahres gänzlich anders aussehen als heute."

Am Vorabend hatten Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten Handelsdeals der USA mit China Verluste ausgelöst. Trotz des von US-Präsident Donald Trump verkündeten Burgfriedens im Zollstreit mit China wachse der Zweifel an einer dauerhaften Lösung, sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Trump zeigte sich wie gewohnt äußert optimistisch, während in Peking weiterhin Stille herrscht."