Der Börsen-TagIrgendwann reißt jede Serie
Acht Handelstage in Folge hat der Dax Gewinne verbucht. Gestern musste der deutsche Börsenleitindex dann erstmals im neuen Börsenjahr einen Abschlag hinnehmen, er schloss 0,5 Prozent tiefer mit 25.286 Punkten. Erst am Dienstag war er erstmals über die Marke von 25.500 Zählern geklettert. Marktteilnehmern zufolge hatte im gestrigen Nachmittagsgeschäft die Stimmung gedreht, auch weil die US-Indizes abgaben.
Heute stehen sowohl weitere Unternehmenszahlen als auch Konjunkturdaten auf der Agenda. So lüftet etwa das Statistische Bundesamt das Geheimnis, ob die deutsche Wirtschaft 2025 wieder gewachsen ist oder nicht. Nach zwei Rezessionsjahren in Folge erwartet die Bundesregierung ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,2 Prozent. Sie spricht von einer leichten konjunkturellen Erholung auf niedrigem Niveau. Ökonomen trauen Europas größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr ein Wachstum von etwa einem Prozent zu - begünstigt von einer höheren Zahl von Arbeitstagen und steigenden staatlichen Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur.
Unternehmensseitig richtet sich der Blick der Anleger zunächst nach Asien. Der Grund: Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC wird Börsianern zufolge erneut starkes Wachstum bekanntgeben. Der weltweite Boom Künstlicher Intelligenz (KI) treibt die Nachfrage nach Halbleitern in die Höhe. Nach einem Rekordergebnis im dritten Quartal hatte TSMC sein Wachstumsziel für 2025 angehoben. Das taiwanische Unternehmen rechnet mit einem Umsatzplus von 35 statt 30 Prozent.
Danach heißt es ab Mittag dann ab in die USA: Morgan Stanley und Goldman Sachs setzen den Reigen der US-Banken fort, die Einblick in ihre Quartalsbilanzen gewähren. Bei Goldman Sachs rechnen Experten für das vierte Quartal 2025 mit einem leichten Gewinnrückgang, weil die Bank 2024 ein außergewöhnlich gutes Jahr in der Vermögensverwaltung hatte. Investoren dürften besonders auf Aussagen zur Kostenentwicklung achten. Für Morgan Stanley wird dagegen ein Gewinnanstieg erwartet. Das Institut dürfte von der Belebung des Geschäfts mit Übernahmen und Fusionen und höheren Gebühreneinnahmen im Handelsgeschäft profitiert haben. Diese Trends hatten schon die Gewinne von JP Morgan oder der Bank of America angetrieben.