Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagItalien steuert auf schwere Rezession zu

01.04.2020, 11:09 Uhr

Dem von der Corona-Krise besonders schwer betroffene Italien droht in diesem Jahr der Absturz in eine schwere Rezession. Der Wirtschaftsverband Confindustria rechnet mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von sechs Prozent. "Leider sind die Schätzungen realistisch", sagte Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri der Zeitung "Il Fatto Quotidiano" . Eine erste eigene Prognose will die Regierung aber erst Ende April wagen. Noch Ende März hatten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass das Finanzministerium von einem Minus von drei Prozent ausgeht.

Inzwischen hat die Regierung aber die strikte Ausgangssperre bis zum 13. April verlängert. "Wir dürfen die ersten positiven Signale nicht mit einer 'Entwarnung' verwechseln", begründete Gesundheitsminister Roberto Speranza im Senat. "Die Daten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die drastischen Entscheidungen Früchte tragen." Der Kampf gegen das Virus sei aber noch sehr lang. In Italien deutete sich zuletzt eine Verlangsamung bei den Neuinfektionen an.

"Wie schlecht es um die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone bestellt ist, zeigt eine Umfrage unter Industriebetrieben. Der daraus ermittelte Einkaufsmanagerindex brach im März um 8,4 auf 40,3 Punkte ein, wie das Institut IHS Markit ermittelte. Das ist der niedrigste Wert seit April 2009, als die Finanzkrise tobte. Erst ab 50 Zählern signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Da die italienische Wirtschaft praktisch stillgelegt ist, ist es unwahrscheinlich, dass sie sich von den erheblichen Störungen durch die Corona-Krise schnell wieder erholen wird", sagte Markit-Ökonom Lewis Cooper. Wirtschaftsminister Gualtieri kündigte angesichts der Misere ein neues Konjunkturpaket an, das noch diesen Monat verabschiedet werden soll. Es werde "deutlich größer" ausfallen als die im März beschlossenen Maßnahmen im Volumen von 25 Mrd. Euro. Es werde ausreichen, um sowohl Unternehmen wie auch Haushalte während der gesamten Dauer der Epidemie zu unterstützen.

Quelle: ntv.de