Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Kann Griechenland finanziell auf eigenen Beinen stehen?

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Der IWF hält die bis 2060 geltenden Sparziele als "sehr ambitioniert".

(Foto: imago/Westend61)

Zu beantworten ist diese Frage wohl nur mit einem klaren Jein.

Heute kommt der Haushaltsausschuss des Bundestages zu einer Sondersitzung über den klammen Euro-Partner zusammen. Auf dem Tisch: die jüngste kritische Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Am Dienstag hatte der Fonds in seinem Länderbericht einmal mehr Zweifel an der Politik der internationalen Geldgeber gesät.

  • Die Annahmen der Europäer über die wirtschaftliche Entwicklung und Schuldentragfähigkeit halten die Experten für zu optimistisch. "Die Verbesserungen in den Verschuldungs-Kennzahlen werden nur schwer zu halten sein", heißt es.
  • Es könne daher "schwierig werden, den Marktzugang über die längere Frist ohne Schuldenschnitt zu gewährleisten".
  • Für die griechische Regierung bleibe noch viel Reformarbeit zu tun, da das Land bei der Wettbewerbsfähigkeit weiter hinter seinen Konkurrenten hinterherhinke.

Das dritte Hilfsprogramm läuft am 20. August aus. Danach soll sich das hochverschuldete Euro-Land wieder selbstständig an den Märkten finanzieren. Der Haushaltsausschuss muss in den Parlamentsferien wegen einer Petitesse zusammentreten. Die griechische Regierung hat ihr Reformprogramm minimal verändert. Dabei geht es um eine Summe von 28 Millionen Euro, die die Abgeordneten billigen müssen. Vorher kann die letzte Tranche aus dem Hilfsprogramm nicht ausgezahlt werden.

Nachtrag um 13:40 Uhr: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat laut Insidern mittlerweile die letzte Hürde zum Abschluss des dritten Hilfsprogramms für Griechenland genommen. Der Ausschuss billigte demnach den geänderten Bericht für den Bundestag. Damit kann die Bundesregierung im zuständigen Gremium des Euro-Rettungsfonds ESM der Auszahlung der letzten Tranche zustimmen.

Quelle: n-tv.de