Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagKeine Krise bei den Reichen - Luxuskonzerne machen Rekordumsatz

10.08.2022, 08:06 Uhr

Inflation, Lieferschwierigkeiten, schlechte Stimmung bei den Verbrauchern: All dies scheint den global tätigen Luxusmarken wenig anhaben zu können. Unternehmen wie LVMH, Kering, Hermès oder Prada verzeichnen zuletzt Rekordabsätze - weltweit stiegen Absatzzahlen und Gewinne um 20 bis 30 Prozent, Preiserhöhungen nahm die Kundschaft offenbar hin. "Die Nachfrage ist da", bestätigt auch Arnaud Cadart, Portfolio-Manager bei Flornoy, gegenüber AFP.

Im Gegensatz zu anderen Produkten bestehe die Kundschaft der Hersteller von Luxusartikeln aus wohlhabenden Menschen. Diese seien "weniger empfindlich, was die Inflation, das Rezessionsrisiko oder Befürchtungen bezüglich ihres Arbeitsplatzes angeht", erklärt Cadart. Die Geschäfte laufen weltweit gut - bis auf China, wo strenge Corona-Maßnahmen zuletzt zu einer schwächeren Nachfrage geführt haben.

So konnte beispielsweise die Luxusmarke Prada im ersten Halbjahr 2022 ihre Absätze in Europa um deutliche 89 Prozent erhöhen - dank zurückkehrender Touristen. Auch der Kleidungshersteller Moncler profitierte von der Rückkehr der Besucher: Der französische Konzern verzeichnete ein Plus von 42 Prozent bei den Absätzen.

Der schwache Euro ist somit gleich ein doppelter Glücksfall für die Hersteller von Luxusartikeln: Produziert wird größtenteils in Europa, aufgrund des schwachen Euros derzeit vergleichsweise günstig. Verkauft werden die Produkte hingegen oftmals im Ausland - und dort bezahlt mit dem aktuell starken Dollar.

So verzeichnete beispielsweise der größte Luxuskonzern der Welt, die französische Gruppe LVMH, ein Umsatzplus von 28 Prozent im ersten Halbjahr. Ein Viertel dieser Steigerung sei auf Währungseffekte zurückzuführen, erklärte das Unternehmen.

Quelle: ntv.de