Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"Kleine und mittlere Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand"

29.09.2022, 08:22 Uhr

Anlässlich der Sonderkonferenz der Länder an diesem Mittwoch fordert der Mittelstand dringend weitere Entlastungen. "Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind entsetzt über die bisherige Arbeit der Regierung. Die vielen kleinen und mittleren Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand und aus Berlin gibt es weder konkrete Hilfe noch konkrete Ansagen. Es fehlt die klare Linie", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, der Zeitung "Rheinische Post". Der Unmut im Mittelstand werde von Tag zu Tag größer. "Die Kakofonie, die aus der Regierung nach außen dringt, dokumentiert Hilflosigkeit und hilft niemanden. Der Mittelstand braucht Entlastungen, und zwar jetzt und sofort."

Zugleich kritisierte Jerger die anhaltende Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern. Die jetzige Energiekrise und die damit verbundene Energiepreiskrise sei die größte ökonomische Herausforderung seit Gründung der Bundesrepublik. "Als ob die Dramatik dieser Situation und die damit verbundenen Konsequenzen noch nicht verstanden worden sind, streiten Bund und Länder um die Finanzierung von Entlastungspaketen, Ausgestaltungen von Entlastungspaketen, um das Kleingedruckte in Verträgen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen müssen alle an einem Strang ziehen. Regierung und Opposition, Politik und Wirtschaft." Viele mittelständische Unternehmen seien noch immer dabei, die Auswirkungen der Corona-Krise zu verarbeiten, und seinem nun mit einem Energiepreiskostenschub konfrontiert, der für viele existenzgefährdend sei. "Das Geschäftsmodell Deutschland steht zur Disposition, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und ihrer Existenzfähigkeit ist in einem bislang nicht bekannten Maße gefährdet."