Der Börsen-TagKleiner Verfall: Für den Dax wird die Luft dünn
Der deutsche Aktienmarkt wird zur Handelseröffnung mit Aufschlägen erwartet. Der Dax wird bei 24.460 Punkten gesehen nach einem Schluss am Vortag bei 24.371 Zählern. Die guten Vorgaben der Wall Street helfen zunächst, denn die Nasdaq notierte einmal mehr auf Rekordhoch. Allerdings hat man in Europa am Vortag gesehen, dass die Luft nach oben langsam dünner wird. Auch die Berichtssaison ist nicht nur eitel Sonnenschein, so lieferte Salzgitter eine deftige Gewinnwarnung.
Zu welchen Kapriolen die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump führen können, führt am Morgen Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, aus. So hätten Kupfer-Exporteure nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab 1. August Importzölle von 50 Prozent auf Kupfer zu erheben, ungewöhnliche Maßnahmen ergriffen. So werde das rote Metall verstärkt auf Hawaii - wo es nicht benötigt werde - angelandet und eingelagert, um vor dem 1. August in den USA angelangt zu sein. Auch Puerto Rico, das rechtlich zum Zollgebiet der USA gehöre, werde angesteuert. Dies zeige, dass sich Lieferketten aktuell massiv verschöben. Sollten die Zölle wie angekündigt in Kraft treten, schließt Stephan nicht aus, dass die Preise in den kommenden Monaten vorübergehend sinken könnten.
Ein Blick auf den Kalender zeigt, dass dieser zum Wochenschluss vergleichsweise leer ist. Der Euro handelt wenig verändert knapp über 1,16 Dollar und Anleihen stabil seitwärts. Terminiert ist der kleine Verfall, aber es ist der Juli-Termin in den Sommerferien, der in der Regel nicht allzu große offene Positionen aufweist.