Der Börsen-TagKönnen wir kurzfristig auf russisches Gas verzichten?

Ein großer Teil der Gasimporte aus Russland sind einer Analyse des Bundesverbandes der Energiewirtschaft (BDEW) zufolge kurzfristig verzichtbar. "Stand heute lassen sich rund 50 Prozent des russischen Erdgases kurzfristig ersetzen oder substituieren. Das entspricht etwa 20 Prozent des Jahresgasbedarfs in Deutschland", fasste BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae die Studie zusammen. Allerdings müsse der übrige Teil etwa durch neue Flüssiggas-Importe ausgeglichen werden. Zudem müsse man jetzt die Altbau-Sanierung und vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.
Die Studie legt als Basis die Importe aus Russland zwischen Januar und März zugrunde. Dies seien nur noch 40 Prozent der Einfuhren gewesen. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren es noch über 50 Prozent. Russland lieferte aber in den vergangenen Monaten weniger, so dass verstärkt auf Quellen aus anderen Ländern zurückgegriffen wurde - vor allem Norwegen und den Niederlanden.