Der Börsen-TagKonjunktur wächst schwächer: Dax und Euro sacken ab
Das Wachstum in der Eurozone hat im Mai zum vierten Mal in Folge nachgelassen. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 54,1 Zähler von 55,1 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Das ist der tiefste Stand seit anderthalb Jahren. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 54,8 Punkte vorhergesagt.
Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank auf 55,5 Punkte von 56,2 im Vormonat. Volkswirte hatten nur einen Rückgang auf 56,0 Zähler prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel auf 53,9 Punkte von 54,7 im Vormonat. Ökonomen hatten einen Stand von 54,5 Punkte erwartet.
Der deutsche Aktienmarkt reagiert mit Abschlägen auf die unerwartet schwachen Zahlen. Der Dax fällt zwischenzeitlich unter die Marke von 13.000 Punkten. Zuletzt notiert er 1,2 Prozent tiefer bei 13.004 Zählern.
Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, fällt um 0,9 Prozent auf 26.731 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßt 0,9 Prozent ein auf 2792 Punkte. Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 geht es 1,1 Prozent auf 3544 Punkte abwärts.
Der Euro sackt nach dem schwächeren Wirtschaftswachstum auf ein frisches Sechs-Monats-Tief. Die Gemeinschaftswährung fällt um bis zu 0,5 Prozent auf 1,17 Dollar.
Zur Einordnung der schwachen Zahlen erklärt IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson: "Die Mai-Indizes brachten eine Reihe enttäuschender Ergebnisse, doch bei der Interpretation der Daten ist weiter Vorsicht angesagt".
"Denn während in den vorigen Monaten ganz unterschiedliche Faktoren wie die extreme Witterung, Streiks, Krankheiten und das frühe Ostergeschäft das Wachstum dämpften, wirkte sich im Mai vor allem die ungewöhnlich hohe Anzahl an Feiertagen negativ aus."