Der Börsen-TagKurs 14.000? Das wird für den Dax heute wichtig
Der Ukraine-Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen bleiben auch in der neuen Handelswoche die Haupt-Belastungsfaktoren für den deutschen Aktienmarkt. "Die Intensität des Schocks wird von der Dauer und dem Ausmaß des bewaffneten Konflikts abhängen", sagt Patrick Linden, Geschäftsführer Deutschland beim Vermögensverwalter Clartan. "Und die Inflation, die ja bereits seit einigen Monaten die Gemüter bewegt, wird noch weiter angetrieben von den Spannungen bei den Rohstoffpreisen."
Anders als die Europäische Zentralbank (EZB), die wohl auf absehbare Zeit nicht an der Zinsschraube drehen wird, gilt für die Bank von England und die US-Notenbank Fed eine Anhebung der Schlüsselsätze um jeweils einen viertel Prozentpunkt an den Börsen als ausgemacht. "Die US-Notenbank kann es sich nicht leisten, abzuwarten und zu sehen, wie die Finanzmärkte auf den geopolitischen Konflikt reagieren", sagt Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets unter Hinweis auf die höchste US-Inflationsrate seit 40 Jahren.
Daneben richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf Aussagen zum geplanten Abbau der Wertpapierbestände, der sogenannten Quantitativen Straffung. Dieses Thema bereite ihm Sorgen, sagt Benjamin Melman, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Edmond de Rothschild. "In ihren Mitteilungen erkennen die Fed und einige ihrer Mitglieder an, dass sie den vollen Umfang der Auswirkungen dieser Politik nicht kennen." Daher müsse mit weiteren Kursturbulenzen gerechnet werden, zumal die Details dieser Pläne noch offen seien.
Die vergangene Woche war bereits geprägt von drastischen Ausschlägen. So verbuchte der Dax mit einem Plus von mehr als 1000 Punkten in absoluten Zahlen den größten Tagesgewinn seiner Geschichte. Unter dem Strich legte er in der alten Woche rund sechs Prozent zu. Am Freitag hatte sich der Dax mit einem Plus von rund 190 Punkten oder 1,4 Prozent und einem Kurs von 13.618 Zählern ins Wochenende verabschiedet. Auch die Wall Street verzeichnete Gewinne. Aktuell wird der Dax um 13.720 Zähler taxiert.
Auch wenn eine erneut turbulente Handelswoche zu erwarten ist: Am Montag deutet die vorhersehbare Nachrichtenlage eher auf einen ruhigen Börsentag hin. Unternehmensseitig stehen nur ein paar Unternehmensberichte aus der zweiten Reihe auf der Agenda. So legen etwa Talanx, Hypoport und Deutz ihre Geschäftszahlen vor. In Brüssel treffen sich darüber hinaus die Euro-Finanzminister. Der Krieg in der Ukraine und der damit einhergehende Preisdruck dürften bei den Gesprächen durchaus eine Rolle spielen.