Der Börsen-TagKursrutsch geht weiter: Das wird für den DAX heute wichtig
Konjunktur- und Zinssorgen werden die Börsenstimmung in der neuen Woche erneut prägen. "Der Ukraine-Krieg und die Corona-Lockdowns in China machen die wirtschaftlichen Aussichten auf lange Sicht komplizierter und unsicherer", warnt Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Außerdem wachse die Furcht, dass die Notenbanken die Inflation nicht oder nur um den Preis einer Stagflation oder Rezession in den Griff bekämen, wirft Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck, ein.
In der vergangenen Woche verlor der DAX allein am Freitag mehr als 220 Punkte oder 1,6 Prozent. Insgesamt fiel der größte Wochenverlust seit mehr als zwei Monaten an. Der deutsche Börsenleitindex schloss mit einem Stand von 13.674 Zählern und damit etwa 80 Punkte über dem Tagestief. Auch die Wall Street zeigte sich zum Wochenschluss schwach. Aktuell wird der DAX mit Kursen um 13.540 Punkte taxiert - und damit erneut deutlich im Minus erwartet.
Als weiteres Damokles-Schwert hänge eine mögliche weitere Eskalation des Ukraine-Kriegs über der Börse, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets "Deshalb sind nun alle Augen auf Putins Rede am Montag gerichtet." Russland wies allerdings Gerüchte, denen zufolge Staatspräsident Wladimir Putin am Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland der Ukraine formal den Krieg und eine Generalmobilmachung verkünden wird, zurück.
Rein von der Terminlage dürfte ein ruhiger Wochenstart anstehen: Auf Konjunkturseite wird lediglich der Sentix-Konjunkturindiex veröffentlicht. Auf Unternehmensseite dürften Anleger vor allem den Quartalsbericht des im DAX notierten Chipherstellers Infineon im Auge haben. Aber auch der Covid-19-Impfstoffproduzent Biontech legt Zahlen vor. Hypoport und Hochtief präsentieren ebenfalls ihre Geschäftsergebnisse.