Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagLagarde zeichnet düsteres Inflationsbild

28.06.2023, 16:58 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde noch nicht genug Anzeichen für eine Abschwächung des Preisschubs im Euro-Raum erkennen. "Wir sehen nicht genügend greifbare Beweise dafür, dass sich die zugrunde liegende Inflation - insbesondere die Inlandspreise -stabilisiert und sich nach unten bewegt", sagt Lagarde. Ihr zufolge hat die EZB noch eine Wegstrecke auf ihrem Straffungskurs zu gehen. Sie bekräftigte frühere Aussagen, dass die EZB wahrscheinlich im Juli die Zinsen erneut anheben werde, sollten die Grundannahmen Bestand haben.

Die Kerninflation, in der die schwankungsreichen Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert sind, wird von der EZB sorgfältig beobachtet. Ein klarer Rückgang der Kerninflation ist für die EZB ein wichtiges Kriterium, um ihren Zinserhöhungskurs zu stoppen. Die Euro-Notenbank erhöhte Mitte Juni die Zinssätze bereits das achte Mal in Folge auf den höchsten Stand seit 22 Jahren. Mit dem jüngsten Schritt um einen viertel Prozentpunkt liegt der Einlagensatz, der an den Finanzmärkten aktuell der wichtigste Schlüsselzins ist, inzwischen bei 3,5 Prozent.