Der Börsen-Tag "Märkte geflutet" - Importe aus China steigen

China setzt mehr Waren in Deutschland ab. Im ersten Halbjahr 2026 wuchsen die Importe aus der Volksrepublik um 8,8 Prozent auf 89,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nur 2022 wurde in der ersten Jahreshälfte mehr aus China eingeführt, als es wegen Nachholeffekten infolge der Corona-Pandemie sogar fast 96 Milliarden Euro waren. Damit blieb China mit großem Abstand der wichtigste Lieferant, gefolgt von den USA (50,6 Milliarden Euro) und den Niederlanden (48,9 Milliarden Euro).
"China versucht, mit einem breiten Portfolio von industriepolitischen Eingriffen in vielen jener Bereiche Weltmarktführer zu werden, in denen früher die deutsche Industrie stark war", sagte der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. "Durch die dadurch entstandenen Überkapazitäten werden auch ausländische Märkte geflutet." Dies lasse sich an den Außenhandelsdaten ablesen.
Gleichzeitig kauft China immer weniger Waren "Made in Germany". Die deutschen Exporte in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt brachen im ersten Halbjahr um 12,2 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro ein. "Damit lag China in der Rangfolge der wichtigsten Abnehmerländer deutscher Waren auf Platz neun", so die Statistiker.
Wichtigster Abnehmer deutscher Waren blieben die USA. Allerdings sanken die Ausfuhren dorthin in den ersten sechs Monaten um 6,1 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro. US-Präsident Donald Trump hatte die Europäische Union und damit auch Deutschland mit hohen Importzöllen überzogen.