Der Börsen-TagMarkt setzt auf Diplomatie - Dax macht Ausflug über 14.000
Die Kämpfe in Osteuropa sind auch heute weitergegangen, die deutschen Indizes haben sich dennoch wieder nach oben bewegt. Laut Analysten ist es die diplomatische Annäherung zwischen Russland und der Ukraine, die dafür gesorgt hat. Eine nachhaltige Beruhigung der Märkte hänge aber davon ab, dass dem Willen zu einer diplomatischen Lösung auch ein Ende der Kampfhandlungen folge.
Der Dax gewann 2,2 Prozent oder rund 300 Punkte auf 13.929 Stellen, sein Tageshoch lag bei 14.082 Zählern. Der EuroStoxx50 zog um 1,5 Prozent auf 3741 Stellen an. Gestützt wurde die Stimmung auch von einem deutlichen Rückgang der Energiepreise. Brent-Öl kam um sieben Prozent zurück, mit rund 105 US-Dollar kostete das Fass der Nordseesorte zu Handelsschluss in Frankfurt nun 33 Dollar weniger als vor einer Woche. Der Gaspreis knickte um 13 Prozent ein.
Die steigende Risikobereitschaft trieb auch die Zinsen wieder nach oben, und das hilft vor allem den Banken. Im Dax führten Deutsche Bank den Aufschwung mit einem Plus von acht Prozent an.
VW verteuerten sich um 4,8 Prozent. Grund waren neue Geschäftszahlen, die am Freitag nach Handelsende bekannt wurden. Der Autobauer hat trotz Lieferengpässen bei Halbleitern und höheren Rohstoffkosten sowohl den Umsatz als auch den Gewinn kräftig gesteigert und die Markterwartungen übertroffen.
Auf der anderen Seite fielen Delivery Hero und Hellofresh um drei beziehungsweise 1,7 Prozent. "Die Investmentstory ist einfach durch", sagt ein Händler. Der Markt sei im aktuellen Umfeld mit der Erwartung eines steigenden Zinspfades nicht mehr bereit, für weit in der Zukunft erwartete Gewinne zu bezahlen.
Überwiegend positiv fielen die Kommentare zu den Zahlen von Deutz (plus 5,8 Prozent) aus. Der Motorenbauer habe 2021 einen deutlich höheren Auftragseingang als erwartet erzielt. Dass der Ausblick angesichts des Ukraine-Krieges vorsichtig ausfalle, sei nur realistisch, aber nicht belastend, hieß es auf dem Parkett.