Der Börsen-TagMinus 80 Prozent: Adler-Aktien brechen nach Pleite der Modekette ein
Um mehr als 80 Prozent geht es für die Aktien von Adler Modemärkte bergab. Sie fallen auf Kurse um 0,40 Euro. Der Grund: Der Billig-Modehändler rutscht in die Pleite. Das Unternehmen führte als Grund für die Insolvenz die erzwungene Schließung fast aller 171 Geschäfte in der Corona-Pandemie seit Dezember an. Das habe zu einem neuerlichen Umsatzeinbruch und einer Liquiditätslücke geführt, erklärte Adler am Sonntagabend. Es sei nicht gelungen, frisches Geld von Investoren oder Staatshilfen zu bekommen. "Die erneute Corona-bedingte Schließung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen", sagte Vorstandschef Thomas Freude. "Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen." Ende September beschäftigte Adler 3350 Mitarbeiter.
Adler plant eine Insolvenz in Eigenverwaltung, bei der der Vorstand im Amt bleibt und nur durch einen externen Sachwalter beaufsichtigt wird. Darüber entscheiden muss das Amtsgericht Aschaffenburg. Bei der Sanierung über einen Insolvenzplan helfen soll Christian Gerloff, der als Generalbevollmächtigter zu Adler kommt. Er hat viel Erfahrung mit Pleiten in der Textilbranche. Unter anderem fungierte Gerloff als Insolvenzverwalter bei Escada und Laurel. In der Coronakrise haben bereits mehrere Textilhändler und -hersteller Insolvenz angemeldet, darunter Galeria Karstadt Kaufhof, Hallhuber, Bonita und Appelrath-Cüpper.
