Der Börsen-TagMinuszeichen dominieren - Dax bleibt in seinem Bau

Nicht einmal die kurzzeitige Aussetzung der Strafzölle auf US-Autos kann den Dax aus seinem Bau locken. Der Frankfurter Leitindex notierte am Mittag 1,1 Prozent tiefer bei 10.810 Punkten und konnte damit seinen Verlust nur geringfügig abbauen. Der MDax verlor ebenfalls 1,1 Prozent auf 22.234 Zähler, der TecDax 1,4 Prozent auf 2510 Stellen. Die Anleger haben verstärkt Sorgen vor einem Konjunktureinbruch zogen deshalb die Reißleine.
"Die Woche an den Finanzmärkten könnte unruhig ausklingen", sagte Finanzmarktanalyst Thomas Meißner von der LBBW. "Wir müssen schon sehr viel Glück haben, damit sich Dax, Euro & Co. ohne größere Aufreger in den dritten Advent verabschieden."
Sorgenfalten auf die Stirn der Anleger trieb unter anderem das schwächste Wirtschaftswachstum in Deutschland seit vier Jahren. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister des Instituts IHS Markit fiel unerwartet schwach aus. Auch in Frankreich gaben wichtige Konjunkturindizes deutlich stärker nach als vorhergesagt.
Die Daten enttäuschten und signalisierten eine Abschwächung der Stimmungslage, sagte Analyst Patrick Boldt von der Helaba. "Die Konflikte der USA mit China und Russland, ungelöste Probleme in Italien und Frankreich sowie das 'Brexit'-Thema belasten."
Selbst die Bundesbank beurteilt die Aussichten für die deutsche Wirtschaft inzwischen negativer als noch im Sommer. Das Bruttoinlandsprodukt wird ihrer Ansicht nach 2018 nur um 1,5 Prozent steigen, bislang war sie von 2,0 Prozent ausgegangen. Für Nervosität bei Investoren sorgte auch, dass der Motor der für die Weltkonjunktur wichtigen chinesischen Volkswirtschaft ins Stottern gerät. Die Industrieproduktion schwächte sich dort im November ab, auch der Einzelhandel entwickelte sich schlechter als erwartet.
Größte Verlierer im Dax waren am Mittag Infineon mit einem Minus von 2,7 Prozent. Verluste von mehr als zwei Prozent verzeichneten auch Deutsche Bank und Lufthansa. Lediglich Merck (0,6 Prozent) und HeidelbergCement (0,2 Prozent) befanden sich in der Gewinnzone.