Der Börsen-TagMit der "Santa-Rally" über die 20.000
Für den DAX geht es im Dezember um die Wurst. Denn die Anleger lauern auf den Startschuss für eine Jahresendrally, die den deutschen Leitindex wieder in Richtung Allzeithoch schieben könnte. Das oft auch als "Santa-Rally" bezeichnete Phänomen umschreibt die Tendenz der Märkte, im Dezember überdurchschnittlich gut abzuschneiden. Im Schnitt konnte der Dax im Dezember 17 Prozent seiner Jahresrendite erwirtschaften, wie aus einer Erhebung des Brokers eToro hervorgeht, die die monatlichen Kursrenditen von 14 großen Aktienindizes über einen Zeitraum von durchschnittlich 50 Jahren analysiert hat.
Doch in diesem Jahr entwickelten sich zum Endspurt 2024 vor allem politische Risiken zum Bremsklotz für die Börsen. "Insbesondere die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten, aber auch das Scheitern der Ampel-Koalition in Berlin sorgen dafür, dass politische Themen die Entwicklung von Konjunktur und Kapitalmärkten stärker als sonst beeinflussen und zumindest die gefühlte Prognoseunsicherheit noch größer als sonst ist", sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt bei M.M.Warburg. In der ablaufenden Woche schwamm sich der DAX dennoch frei und verbuchte mit 19.626 Punkten ein Wochenplus.
Bei den Konjunkturdaten stehen in der Woche unter anderem diverse Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone auf den Zetteln der Anleger. Aus den USA steht mit dem Arbeitsmarktbericht für November das Highlight am Freitag an. Im Oktober kamen lediglich 12.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu. Volkswirte hatten mit 113.000 gerechnet. Experten hatten die starke Abweichung mit Sonderfaktoren begründet. Einen Vorgeschmack auf die Entwicklung am Jobmarkt liefern die Daten des privaten Anbieters ADP am Mittwoch, an dem auch der Konjunkturbericht der Fed (Beige Book) vorgelegt wird.
Im Blick werden Investoren den Tarifkonflikt bei Europas größtem Autobauer Volkswagen behalten, bei dem die Zeichen auf Streik stehen. Der Konzern will eine Lohnkürzung um zehn Prozent, was die Gewerkschaft strikt ablehnt. Zum anderen geht es um die Überkapazitäten bei VW, auf die das Unternehmen mit der Schließung von Werken antworten will. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.