Der Börsen-TagMöbelkonzern verschwieg Transaktionen
Der zweitgrößte europäische Möbelkonzern Steinhoff hat seine Investoren über große Verschiebungen zwischen verbundenen Unternehmen im Unklaren gelassen. f
Der an der Frankfurter Börse gelistete deutsch-südafrikanische Konzern, dem in Europa Möbelhäuser wie "Poco", "Kika", "Leiner" und "Conforama" gehören, hatte sich 2015 mit 45 Prozent an der schweizerischen GT Branding Holding beteiligt und ihr unmittelbar darauf 810 Millionen Schweizer Franken geliehen.
GT Branding hält die Anteile an einer weiteren Schweizer Firma namens GT Global Trademarks, bei der rund 200 Marken liegen, die Steinhoff nutzt. Global Trademarks hatte vorher Steinhoff selbst gehört.
Anders als mehrere Kapitalmarktexperten und Juristen ist Steinhoff der Ansicht, dass der Konzern Aktionäre und Gläubiger über diese Geschäfte nicht hätte informieren müssen, weil diese keine großen Auswirkungen auf die Ertragslage hätten.
Die offenen Fragen zu den Transaktionen und zur Struktur des Konzerns belasteten am Mittwoch den Kurs der Steinhoff-Aktie. In Frankfurt, wo sie im Nebenwerteindex MDax notiert ist, gab sie 4,7 Prozent nach. Der Konzern hat einen Börsenwert von mehr als 16 Milliarden Euro. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung bereits gegen Steinhoff-Manager. Dabei geht es um den Verdacht überhöht ausgewiesener Umsätze.