Der Börsen-TagNachrüsten ist Unfug: BMW-Betriebsrat auf den Barrikaden
BMW lehnt die Hardware-Nachrüstung seiner älteren Dieselautos weiterhin strikt ab und erhält dabei volle Rückendeckung von den Arbeitnehmern. Betriebsratschef Manfred Schoch warf der Bundesregierung vor, "alle über den gleichen Kamm" zu scheren und "die Arbeitsplätze gerade derjenigen Arbeitnehmer zu gefährden, die schon immer saubere Diesel produziert haben".
"Statt Investitionen in die Vergangenheit brauchen wir eine flächendeckende öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektromobilität", forderte Schoch mit Blick auf ein Treffen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit den deutschen Autobossen in Berlin.
BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich sagte, wenn alte Dieselautos mit Hilfe von Umtauschprämien durch neue, sauberere Autos ersetzt würden, sei das viel effektiver und sorge schneller für besserer Luft. Dagegen wären Hardware-Nachrüstungen selbst bei beschleunigter Zulassung frühestens in drei Jahren serienreif. Das sei nicht sinnvoll.
Daimler ist im Unterschied zu BMW zu einer finanziellen Beteiligung an der Hardware-Nachrüstung seiner Dieselfahrzeuge bereit, die externe Drittanbieter vornehmen. Bis zu 3000 Euro will der Autobauer Haltern von Mercedes-Benz-Dieselautos der Abgasnorm Euro-5 für eine technische Nachrüstung zahlen.