Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNächster Dämpfer für den DAX?

22.01.2024, 06:30 Uhr

Anleger dürften in der neuen Woche einer Antwort auf ihre derzeit drängendste Frage, dem Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen, näher kommen. Bei der ersten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) im neuen Jahr am Donnerstag gehen Experten davon aus, dass Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde versuchen wird, die an den Börsen weit vorausgeeilten Erwartungen an baldige geldpolitische Lockerungen zu dämpfen.

Vertreter der Fed und der EZB signalisierten zuletzt bereits, dass es doch länger dauern könnte, bis die Notenbanken die Zinswende einleiten. "Natürlich dürfte die EZB besorgt über die konjunkturelle Entwicklung und die Risiken sein. Auf der anderen Seite sieht sie aber auch noch Aufwärtsrisiken für die Inflation, weshalb sie ein vorschnelles Handeln vermeiden will", fasst Commerzbank-Analystin You-Na Park-Heger zusammen. Anleger hatten Ende 2023 angefangen, auf erste Lockerungen im März oder April zu spekulieren. Nach zurückhaltenden Äußerungen schwächten sich die Erwartungen an eine schnelle Wende aber wieder ab. Viele Ökonomen gehen erst von einer Anpassung im Juni aus. Entsprechend holprig verlief der Jahresstart für den DAX: Im Januar kommt der deutsche Leitindex bei einem Freitagsschluss von 16.555 Zählern auf ein Minus von mehr als einem Prozent.

Bei den Zinsen dürfte die EZB am Donnerstag wie schon im Dezember die Füße stillhalten. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, den Geldhäuser erhalten, wenn sie bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, bliebe damit bei 4,00 Prozent - das höchste Niveau seit Beginn der Währungsunion 1999. Der Leitzins bliebe bei 4,50 Prozent. Bis zum Donnerstag stehen zwar noch einige konjunkturelle Stimmungsindikatoren auf der Agenda, der Wochenstart dürfte sich aber terminlich betrachtet ruhig abspielen: Am Morgen werden hierzulande die Frühindikatoren veröffentlicht, am Nachmittag folgen die aus den USA. Weitere Wochentermine finden Sie hier.

Quelle: ntv.de