Der Börsen-TagNorwegen ignoriert EU bei Öl- und Gasförderung in Barentssee
Norwegen geht in der Energiepolitik auf Konfrontationskurs zur EU. Das skandinavische Land will ungeachtet der Haltung der EU an seinen Plänen zur Öl- und Gasförderung in der arktischen Barentssee festhalten, wie Energieminister Terje Aasland Reuters sagte. "Wir werden diese Gebiete erschließen, und dann wird es an der EU liegen, ob sie ein Moratorium für den Kauf dieses Gases oder Öls verhängen will", erklärte Aasland. Angesichts der geopolitischen Sicherheitslage und der Ressourcenknappheit diene eine fortgesetzte Aktivität in der Barentssee sowohl norwegischen als auch europäischen Interessen.
Die EU befürwortet aus Umweltschutzgründen eigentlich ein Verbot neuer Bohrungen in der Arktis. Sie erwägt jedoch angesichts von Sorgen um die Energiesicherheit eine Neubewertung ihrer Politik. Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 ist Norwegen zum größten Gaslieferanten Europas aufgestiegen. Der Chef des norwegischen Ölkonzerns Equinor, Anders Opedal, sagte, Öl und Flüssigerdgas (LNG) aus der Barentssee könnten in die ganze Welt geliefert werden, sollte die EU sie ablehnen. "Das Einzige, was darunter leiden wird, ist tatsächlich die europäische Sicherheit", betonte Opedal.