Der Börsen-TagNowotny wirft Merkel "Fehler" bei Draghi-Nachfolge vor
Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny warnt Deutschland, im Rennen um die Nachfolge von Zentralbankchef Mario Draghi auf eigene Ansprüche zu verzichten. Nach Ansicht Nowotnys wäre es gut, wenn ein Vertreter der größten Volkswirtschaft des Euroraums an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) stünde.
Im Interview mit der Zeitung "Oberösterreichische Nachrichten" warf er der deutschen Kanzlerin Angela Merkel vor, ohne Not auf eine Kandidatur von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann zu verzichten. "Ich persönlich halte das für einen schweren politischen Fehler von Angela Merkel, dass sie die Kandidatur von Weidmann nicht mehr weiter betreibt", sagte Nowotny.
Medienberichten zufolge ist es der Kanzlerin wichtiger, dass Deutschland den nächsten EU-Kommissionspräsidenten stellt.
"Ich hätte die Kandidatur Weidmanns sehr begrüßt", sagte Nowotny. "Ich kann das jetzt sagen, weil ich nächstes Jahr altersbedingt ausscheide", fügte der Chef der Österreichischen Nationalbank hinzu. Seine Amtszeit endet im August 2019. Draghi scheidet Ende Oktober 2019 nach acht Jahren aus dem Amt.