Der Börsen-TagNvidia zündet nicht – "Markt zeigt Risk-Off-Einstellung"
Mit fallenden Kursen rechnen Händler am deutschen Aktienmarkt. Die Märkte hätten selbst in den USA eine Weile gebraucht, um von der Fixierung auf den KI-Vorzeigewert Nvidia auf das Thema Zinsängste umzuschalten, heißt es im Handel. Der Dow-Jones-Index rutschte um 1,5 Prozent ab. Der technologielastige Nasdaq-Index sank trotz des Kurssprungs der hochgewichteten Nvidia um 0,5 Prozent, selbst bei anderen Chip-Aktien konnte die Freude darüber nicht zünden und zog sie ins Minus. Intel litten sogar darunter, da sie von Nvidia aus dem Dow-Jones-Index vertrieben werden könnten. Auch in Asien geht es am Morgen abwärts, der Nikkei in Japan verliert in der Spitze um 1,7 Prozent.
Mit den extrem starken US-Einkaufsmanager-Indizes (PMI) und ihrem Sprung auf ein Zweijahreshoch war der Markt auf dem völlig falschen Fuß erwischt worden. Zinssenkungen durch die US-Notenbank sind vor diesem Hintergrund fast nicht mehr zu rechtfertigen. Vor allem ist nun auch die US-Industrie als Inflationstreiber hinzugekommen, nachdem der Antrieb zuvor vom Service-Sektor ausging.
Die US-Rendite zehnjähriger Anleihen sprang auf fast 4,50 Prozent. Fast keine Marktteilnehmer rechnen nun auf der Juni-Sitzung der Fed noch mit einer Zinssenkung. Erst für den Termin September wird von 46 Prozent der Händler mit der Möglichkeit für einen Schritt um 25 Basispunkten gerechnet. Mit Spannung wird nun heute darauf geblickt, ob die Anleihekurse weiter abrutschen und damit die Aktien belasten. "Unter der Haube zeigt der Markt wirklich eine Risk-Off-Einstellung", kommentiert Adam Phillips, Investment-Direktor bei EP Wealth Advisors.