Der Börsen-TagÖkonom schlägt neuen Ansatz für US-Zinspolitik vor

Irgendwie will es nicht so recht klappen mit der Geldpolitik der US-Notenbank: In den USA herrscht praktisch Vollbeschäftigung, doch die Fed verfehlt ihr Inflationsziel von zwei Prozent bereits seit längerem. Nun kursieren neue Ansätze, mit denen das Problem angegangen werden soll. Einer davon kommt von Ökonom und Chef des Notenbank-Bezirks Atlanta Raphael Bostic.
Er will das im Fachjargon als "price-level targeting" bekannte Modell ins Zentrum rücken. Es würde der Fed nach Ansicht der Befürworter mehr geldpolitischen Spielraum bieten. Demnach könnte sie die Inflationsrate für einen längeren Zeitraum über dem angepeilten Idealwert halten, wenn diese zuvor auch geraume Zeit darunter geblieben ist.
Das "price-level targeting" ist ein in der Notenbankwelt bislang kaum erprobtes Verfahren. Die schwedische Zentralbank hat dabei allerdings in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts Pionierarbeit geleistet.