Der Börsen-Tag Ökonomen sind sich sicher: Inflation legt zu - besonders in Deutschland
Der Inflationsdruck im Euroraum dürfte im März wegen gestiegener Energiepreise angezogen haben. Von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass die Verbraucherpreise mit einer Jahresrate von 1,3 (Februar: 0,9) Prozent gestiegen sind. Die Kernteuerung (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) dürfte bei 1,1 Prozent geblieben sein. Die Statistikbehörse Eurostat veröffentlicht die Daten am Mittwoch.
Der zu Jahresbeginn zu beobachtende Anstieg der Inflationsrate von minus 0,3 auf plus 0,9 Prozent sorgte für einiges Aufsehen. Obwohl eine solche Entwicklung aufgrund von Sondereffekten (Mehrwertsteueranhebung, Verschiebung von Schlussverkäufen) weithin erwartet worden war, sorgte ihre Stärke doch für Überraschung.
Zudem ist auf Basis der Rohöl-Termingeschäfte davon auszugehen, dass die Energiepreise die Teuerung im weiteren Jahresverlauf antreiben dürften - von Interesse sind in diesem Zusammenhang die Beratungen der Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und ihrer Verbündeten (Opec+) am Donnerstag.
Besonders stark fällt der gemessene Inflationsanstieg aus verschiedenen Gründen in Deutschland aus. Im Februar lag die Jahresteuerung bereits bei 1,6 Prozent, im März (neue Veröffentlichung am Dienstag) ist sie laut Prognose der befragten Volkswirte auf 2,0 Prozent gestiegen. Die Bundesbank hält für Ende 2021 Teuerungsraten von vorübergehend über 3,5 Prozent für möglich.