Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÖl, Inflation und Zinsen ziehen den DAX nach unten

08.06.2022, 17:42 Uhr

Der deutsche Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte erneut schwächer präsentiert, der DAX sein Auf und Ab der vergangenen Wochen damit fortgesetzt. Der deutsche Börsenleitindex gibt 0,8 Prozent auf 14.446 Punkte nach. Ein wieder steigender Ölpreis lässt die Inflationssorgen wieder größer werden, wie es am Markt heißt. Dazu bleiben die Zinsen ein beherrschendes Thema. Vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag halten sich Marktteilnehmer zurück. Nach dem Plus von bis zu 1400 Punkten in den vergangenen Wochen dehne sich die Konsolidierung oder Verschnaufpause im DAX nun erst einmal aus. Allerdings gibt es auch negativere Stimmen: "Das ist und bleibt ein Sägezahnmarkt ohne Vertrauen in die Börsen", so Vermögensverwalter Thomas Altmann von QC Partners.

Passend zu den dominierenden Konjunktur- und Inflationssorgen geht die Weltbank in diesem Jahr nun nur noch von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent aus nach 5,7 Prozent im vergangenem Jahr. Im Januar hatte sie für 2022 noch 4,1 Prozent in Aussicht gestellt. Auch die OECD nimmt ihre Wachstumsprognose zurück. In Deutschland ist derweil nach den enttäuschenden Auftragseingängen im April vom Vortag die Produktion im produzierenden Sektor im April zwar gestiegen, mit 0,7 Prozent zum Vormonat aber wenig kraftvoll und geringer als mit 1 Prozent erwartet.

"Anleger machen Kasse vor der EZB-Sitzung und nehmen lieber den Spatz in der Hand", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Ölpreise steigen, das wird die Inflation weiter anheizen, die Renditen der Langläufer zeigen, was der Markt erwartet", erläutert sie. "Deshalb ist momentan Vorsicht geboten und Cash eine Alternative."

Bei den Einzelwerten im DAX weisen Sartorius-Aktien die deutlichsten Aufschläge auf: Die Titel legen mehr als zwei Prozent zu. Um jeweils mehr als ein Prozent nach oben geht es für die Papiere von Covestro und Puma. Auf der Verliererseite zeigen sich Deutsche Post und Deutsche Telekom an der Spitze: Post-Aktien geben mehr als drei Prozent, T-Aktien mehr als zwei Prozent ab.

Quelle: ntv.de