Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÖlpreisschock setzt Wall Street zu

07.03.2022, 13:09 Uhr

Die Baisse an den globalen Börsen im Zuge des Ukraine-Krieges dürfte auch vor der Wall Street nicht Halt machen. Damit dürfte sich die Abwärtsdynamik vom Wochenschluss an den US-Börsen verstärken. Gesucht sind vermeintlich sichere Häfen, wie zum Beispiel Gold. Die Analysten der Citigroup haben infolge der Baisse ihr Jahresendziel für den S&P-500 auf 4.700 von zuvor 5.100 Punkten gesenkt.

Händler sprechen von einem Ölpreisschock angesichts der immer lauter werdenden Forderungen nach einem Importstopp russischen Öls und Erdgases im Westen. Laut US-Außenminister Anthony Blinken prüfen die USA und ihre Verbündeten einen Boykott russischer Erdölimporte. Bislang ist der Energiebereich von den Sanktionen noch weitgehend unberührt. Russland steht für 45 Prozent der europäischen Gasimporte, wie aus Daten der Internationalen Energie-Agentur hervorgeht.

Der Preis der Nordseesorte Brent schoss mit der Debatte um einen russischen Erdölboykott um rund 10 Prozent bis auf 139 US-Dollar pro Fass in die Höhe - aktuell wird das Barrel mit 125 Dollar gehandelt. Ein Einlenken des russischen Aggressors in der Ukraine ist aber nicht zu beobachten. Die russische Armee setzt ihre Angriffe auf Städte in der Ukraine unvermindert fort. Analyst Massimo Bonisoli von Equita sagt, russisches Erdöl sei schwer zu ersetzen. "Die galoppierenden Rohstoffpreise werden natürlich die Wirtschaft unter Druck setzen", ergänzt Aktienstratege Peter Garnry von Saxo Bank mit Verweis auf die bereits bestehende hohe Inflation.

Quelle: ntv.de