Der Börsen-TagPfingstausflug für den DAX beendet - Zinssorgen nehmen zu
Nach freundlichem Börsenwetter am Pfingstmontag sind kräftige Wolken aufgezogen. Auf die Kurse drückten nun wieder die Inflations- und Zinssorgen. Denn es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag das Ende ihrer Anleihekäufe beschließen wird. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Notenbank die Leitzinsen im Juli und September um jeweils 25 Basispunkte anheben und damit die Phase der negativen Zinsen beenden wird. In Australien hat die Notenbank die Zinsen am Morgen überraschend deutlich um 50 Basispunkte angehoben und zugleich signalisiert, dass weitere Straffungen bevorstehen.
Ein Dämpfer kam auch von den deutschen Auftragseingängen. Sie sind im April deutlich schlechter ausgefallen als gedacht und zum Vormonat gesunken und nicht etwa leicht gestiegen. Schwach lasen sich auch neue Einzelhandelsumsätze aus Großbritannien. Und in den USA hat mit Target die achtgrößte Einzelhandelskette eine Gewinnwarnung veröffentlicht.
So gab es für den DAX heute nichts zu gewinnen. Der Leitindex ging mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 14.557 Punkte aus dem Handel. Damit baute er einen Teil des Verlusts noch ab, denn sein Tagestief lag bei 14.458 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 0,8 Prozent tiefer bei 3808 Stellen.
Bei den Einzelwerten standen im DAX Adidas mit einem Minus von 1,2 Prozent unter Druck. Grund ist der Rauswurf der Herzogenauracher aus dem Stoxx50-Index. Der Sportartikelhersteller muss nach der Regel des so genannten Fast Entry zum 20. Juni dem Rohstoffhändler Glencore weichen. Die Kurse beider Unternehmen hatten sich zuletzt extrem gegenläufig entwickelt.
Im SDAX schossen SGL Carbon um 11,1 Prozent nach oben - angetrieben von einem erhöhten Ausblick. Die Erhöhung der Umsatz- und Ergebnisprognose für 2022 sei sehr überraschend gekommen, heißt es im Handel. Für Entspannung sorge der Hinweis von SGL, dass die Kosteninflation an die Kunden weitergereicht werden konnte.