Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagRätselraten über Reaktion auf US-Jobbericht

09.01.2023, 07:16 Uhr

Der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag dürfte die Märkte noch länger beschäftigen, heißt es unisono in Kommentaren vom Wochenende. "Die Unklarheit über die wahre Stärke des US-Arbeitsmarktes ist weiter hoch", kommentierte ein Händler. Grund sei, dass neben den normalen Fluktuationen weiter Sonderfaktoren nach Corona, aber auch das Anhalten der großen Retirement-Welle dort hineinspielten. Die Arbeitslosenquote zeigte sich auf einem Nach-Corona-Tief.

"Ein Problem ist die lange Zeit bis zur nächsten Fed-Sitzung", so ein Händler: "Denn damit fehlt die wichtigste Information, nämlich wie die Fed selber die Daten liest". Erst in 23 Tagen sei die nächste Sitzung. Der US-Markt ist am Freitagabend mit einem leichten Anstieg von Bond-Händlern aus dem Handel gegangen, die nur auf 25 Basispunkte bei der nächsten Sitzung setzen. Ihr Anteil stieg auf 74,7 Prozent nach 67,7 Prozent vor einer Woche. Noch vor einem Monat waren die Wahrscheinlichkeiten auf 25 oder 50 Basisponkte gleich verteilt.

Christian Scherrmann, US-Volkswirt beim Vermögensverwalter DWS, meint zu den US-Daten, die weiter starke Nachfrage nach Arbeitskräften dürfte die Fed auf Trab halten. Es gebe aber neben den 223.000 neuen Stellen auch erste Anzeichen, dass die bremsende Fed-Politik wirke. So sei der Anstieg der Löhne im Jahresvergleich mit 4,6 Prozent geringer als in den vorherigen Monaten ausgefallen. Dazu komme eine Abwärtskorrektur der Zahlen vom November von 5,1 auf 4,8 Prozent. "Ein solches Lohnwachstum ist zwar noch immer zu hoch, um mit dem Inflationsziel der Fed von 2 Prozent vereinbar zu sein. Aber die Optimisten unter uns werden wahrscheinlich eine gewisse Unterstützung in der These finden, dass die US-Notenbank kurz davorstehen könnte, die Zinssätze zumindest nicht noch wesentlich weiter zu erhöhen", so Scherrmann.

Quelle: ntv.de