Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagRupie auf Rekordtief - türkische Lira reißt Schwellenländer mit

14.08.2018, 13:17 Uhr

Die Währungskrise in der Türkei drückte zunehmend auch auf die Währungskurse anderer Schwellenländer wie Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und Russland. Insbesondere die indische Rupie brach am Dienstag stark ein und wurde kurzzeitig erstmals über 70 Rupien zum Dollar gehandelt. Aus Furcht vor einem Übergreifen der Krise in der Türkei ziehen viele Investoren ihr Geld aus den Währungen anderer Schwellenländer zurück.

"Die Fall der Rupie war keine isolierte Sache, sondern viel mehr Teil einer breiten Talfahrt bei den Währungen der Schwellenländer", sagt Volkswirt Radhika Rao von DBS Bank in Singapur. Da viele Schwellenländer wie die Türkei von ausländischen Kapitalzuflüssen abhängig sind, verursacht ein Kapitalabzug häufig heftige Reaktionen am Devisenmarkt.

Die indische Notenbank hat in den vergangenen fünf Monaten 23 Milliarden US-Dollar an Devisenreserven veräußert. Im April hatten die Reserven an Auslandswährungen noch den Rekordstand von 426 Milliarden US-Dollar erreicht.

"Wenn es eine globale Krise gibt, kann man nichts mehr retten. Man verliert lediglich seine Reserven an ausländischen Währungen", warnt Chefdevisenstratege Kishore Narne von Motilal Oswal Financial Services.