Der Börsen-TagRyanair-Boss setzt sich locker gegen Piloten durch
Bei der Hauptversammlung des Billigfliegers Ryanair sind die Kritiker von Verwaltungsratschef David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary gescheitert.
Die Anteilseigner stimmten auf der Hauptversammlung mit 70,5 Prozent für die Wiederwahl Bondermans in den Verwaltungsrat. Das ist durchaus ein Denkzettel, schließlich hatte Bonderman im vergangenen Jahr noch 89 Prozent erreicht.
Andere Mitglieder des Verwaltungsrats verbuchten aber weitaus höhere Ergebnisse: So kam Unternehmenschef Michael O'Leary bei der Wahl in das Gremium auf eine Zustimmung von 98,5 Prozent - nach 99 Prozent im Vorjahr.
Einige Investoren wie Royal London Asset Management und LAPFF hatten vor dem Aktionärstreffen angekündigt, gegen Bondermans Wiederwahl zu votieren und dies mit dem Umgang des Konzerns mit den Beschäftigten begründet. Auch die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte an die Aktionäre plädiert, die Führungsspitze auszutauschen. Der britische Pilotenverband Balpa hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, dass O'Leary und Bonderman gehen.
O'Leary sieht keinen Grund zum Aufgeben. "Der Verwaltungsrat will, dass ich meinen Vertrag verlängere", sagte er demnach bei der Hauptversammlung. Marketingchef Kenny Jacobs hatte am Dienstag gesagt, er rechne damit, dass O'Leary mindestens für weitere fünf Jahre an der Spitze von Ryanair bleibe.