Der Börsen-TagRyanair bekommt Ärger

Schwere Vorwürfe einer Aufsichtsbehörde lenken die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Aktien von Ryanair.
Die britische Zivilluftfahrtbehörde CAA (Civil Aviation Authority) wirft der irischen Billig-Fluggesellschaft "permanente Irreführung" von Passagieren vor.
Ryanair habe die Fluggäste bei der massenhaften Streichung von Flügen nicht ausreichend über ihre Rechte informiert. Die Airline habe, so CAA-Chef Andrew Haines, den Passagieren nicht mitgeteilt, dass sie das Recht hätten, auf andere Airlines umgebucht zu werden. Die Ryanair-Website liefere weder vollständige noch korrekte Informationen. So hätten Fluggäste auch Anspruch auf die Erstattung von Kosten wie Hotels und Transfers, die durch die Flugstreichungen entstünden.
Ryanair hatte am Vortag angekündigt, erneut Tausende von Flügen bis ins Frühjahr hinein zu streichen. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben Personalprobleme in den Griff bekommen.
Branchenkenner halten das allerdings nur für einen Vorwand. Sie vermuten einen Zusammenhang mit dem Bieterkampf um Air Berlin. Zuvor hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary bereits von einem "heillosen Chaos" gesprochen, das die Airline selbst angerichtet habe.
Die in Dublin, London, an der Nasdaq und im Xetra-Handel notierten Aktien von Ryanair liegen aktuell rund 2,9 Prozent im Minus.