Der Börsen-TagS&P stuft US-Haushaltsstreit als Gefahr ein

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat vor dramatischen Folgen für die Wirtschaft gewarnt, sollte es in Folge des US-Haushaltsstreits zur Zwangsschließung der Behörden und einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit des Landes kommen.
Die Auswirkungen wären gravierender als bei der Lehman-Pleite, sagte S&P Chefökonomin Beth Ann Bovino. Die US-Großbank Lehman Brothers war im September 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zusammengebrochen. Die Schockwellen offenbarten massive Schwächen im Weltfinanzsystem. Auch in Deutschland mussten Geldhäuser massiv mit Steuergeldern gestützt werden.
Eine Eskalation im US-Haushaltsstreit, so Bovino weiter, hätte einen Rückfall der USA in die Rezession zur Folge.
Auch ein "government shutdown", also ein De-facto-Kollaps der Regierungsbehörden, würde die Wirtschaft stark in Mitleidenschaft ziehen, allerdings weniger als eine tatsächliche Zahlungsunfähigkeit, sagte sie.
US-Präsident Donald Trump hat wiederholt damit gedroht, einen "Shutdown" in Kauf nehmen zu wollen, um die ungeklärte Finanzierung seiner Mauerbau-Projekts an der Grenze zu Mexiko durch den Kongress zu bringen.
Trumps brachialer Politikstil dürften die USA teuer zu stehen kommen: In jeder Woche, die ein solcher Shutdown anhält, würde das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten um 0,2 Prozentpunkte geschmälert, betont die S&P-Ökonomin.