Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagS&P stuft US-Haushaltsstreit als Gefahr ein

31.08.2017, 06:47 Uhr
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Eine Krise schlimmer als nach Lehman? Die S&P-Ökonomin wählt drastische Worte. (Foto: Reuters)

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat vor dramatischen Folgen für die Wirtschaft gewarnt, sollte es in Folge des US-Haushaltsstreits zur Zwangsschließung der Behörden und einer vorübergehenden Zahlungsunfähigkeit des Landes kommen.

  • Die Auswirkungen wären gravierender als bei der Lehman-Pleite, sagte S&P Chefökonomin Beth Ann Bovino. Die US-Großbank Lehman Brothers war im September 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zusammengebrochen. Die Schockwellen offenbarten massive Schwächen im Weltfinanzsystem. Auch in Deutschland mussten Geldhäuser massiv mit Steuergeldern gestützt werden.

  • Eine Eskalation im US-Haushaltsstreit, so Bovino weiter, hätte einen Rückfall der USA in die Rezession zur Folge.

  • Auch ein "government shutdown", also ein De-facto-Kollaps der Regierungsbehörden, würde die Wirtschaft stark in Mitleidenschaft ziehen, allerdings weniger als eine tatsächliche Zahlungsunfähigkeit, sagte sie.

  • US-Präsident Donald Trump hat wiederholt damit gedroht, einen "Shutdown" in Kauf nehmen zu wollen, um die ungeklärte Finanzierung seiner Mauerbau-Projekts an der Grenze zu Mexiko durch den Kongress zu bringen.

  • Trumps brachialer Politikstil dürften die USA teuer zu stehen kommen: In jeder Woche, die ein solcher Shutdown anhält, würde das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten um 0,2 Prozentpunkte geschmälert, betont die S&P-Ökonomin.