Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSaudi-Arabien will Finanzmärkte anzapfen

02.10.2023, 08:37 Uhr

Saudi-Arabien erwartet auch wegen der gekürzten Ölförderung ein Haushaltsdefizit und will deshalb die internationalen Finanzmärkte anzapfen. Die Neuverschuldung werde in diesem Jahr bei zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen, wie das Finanzministerium mitteilt. Zuvor war mit einem Überschuss (BIP) gerechnet worden. Im kommenden Jahr werde das Defizit mit 1,9 Prozent ähnlich groß ausfallen. Beide Defizite werden auf jeweils rund 161 Milliarden Riyal – rund 40,5 Milliarden Euro - geschätzt.

Saudi-Arabien arbeite deshalb am "Zugang zu den globalen Schuldenmärkten, um die Position des Königreichs auf den internationalen Märkten zu verbessern", so das Finanzministerium. Das Land ist nach wie vor stark von den Öleinnahmen abhängig, auch wenn es viel Geld für Initiativen zur Diversifizierung seiner Wirtschaft ausgegeben hat. Die Ölpreise liegen nach wie vor unter dem Vorjahresschnitt von 100 Dollar pro Barrel, auch wenn zuletzt die Marke von 90 Dollar übertroffen wurde - nicht zuletzt, weil Riad im vergangenen Monat bekannt gab, seine um eine Million Barrel pro Tag gedrosselte Ölförderung bis Ende 2023 zu verlängern.

Wegen der geringeren Ölproduktion dürfte beim Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nur ein Mini-Wachstum von 0,03 Prozent herauskommen, so das Finanzministerium. Bislang war ein Plus von 3,1 Prozent erwartet worden.