Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSchwellenlandkrise greift um sich

31.08.2018, 06:47 Uhr
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Wertverfall in den Schwellenländern: Ein Bündel 100.000er-Scheine der indonesischen Rupiah. (Foto: REUTERS)

Die Währungskrise der Schwellenländer weitet sich aus: Nach dem Aufleuchten aller Warnlampen beim argentinischen Peso, dem südafrikanische Rand und der indische Rupie, richten sich die Blicke der Investoren vor dem Wochenende auch auf Indonesien.

  • In einer energischen Aktion intervenierte Indonesiens Zentralbank massiv am Devisen- und Anleihenmarkt, um den Kurs der Landeswährung zu stützen. Hintergrund sei die von der türkischen Lira übergesprungene Nervosität am Markt, wie es aus Kreisen der Währungshüter in Jakarta hieß.

  • Im Verhältnis zum US-Dollar verlor die indonesische Rupiah zuletzt weiter an Wert. Im frühen Handel notierte der Kurs bei rund 14.710 Rupiah je Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2015. Am Morgen europäischer Zeit lag der Kurs bereits bei 14.809,55 Rupiah je Dollar.

  • An den Finanzmärkten kursieren Befürchtungen, dass die Sorgen um die Türkei auf andere große Schwellenländer wie Südafrika, Argentinien, Indien oder auch Brasilien übergreifen könnte.

  • Der Abwärtstrend der Rupiah läuft bereits seit Monaten. Indonesien hatte zuvor schon mit Zinserhöhungen auf den Wertverfall der Landeswährung reagiert.

Ein Schwächung der eigenen Währung verteuert die Einfuhr von Waren. Die Preise für importierte Lebensmittel, Medikamente oder auch Rohstoffe für die heimische Industrie können dadurch rapide ansteigen, was mittelfristig auch den sozialen Frieden in den betroffenen Ländern gefährden kann.