Der Börsen-TagSentix funkt "Land unter" für Deutschland
Die Konjunkturstimmung in Deutschland hat sich nach dem kriegsbedingten Einbruch im März im April weiter eingetrübt. Der von dem Beratungsinstitut Sentix erhobene Konjunkturindex sinkt auf minus 27,7 (März: minus 12,1) Punkte. Der Index der Lagebeurteilung geht auf minus 38,0 (minus 25,0) Punkte zurück - der erste Rückgang seit Dezember 2025. Der Index der Erwartung fällt auf minus 16,8 (plus 1,8) Punkte, den niedrigsten Wert seit September 2024. "Sowohl der Ifo als auch der ZEW haben die März-Indikation vom 'first mover' bereits nachvollzogen. Weitere Rücksetzer sind gemäß der neuesten Sentix-Vorgabe im April wahrscheinlich. Damit dürfte der Weg für die übrigen Frühindikatoren klar vorgezeichnet sein", kommentiert Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Zahlen. Der Sentix-Konjunkturindex des Euroraums verringert sich auf minus 19,2 (minus 2,1) Punkte, wobei der Lageindex auf minus 22,8 (minus 9,5) Punkte sinkt und der Erwartungsindex auf minus 15,5 (plus 3,5) Punkte.
"Der Iran-Krieg lässt die Stimmung abstürzen", meinte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe. "Hervorzuheben ist, dass auch die USA deutlich problematischer angesehen werden. Angesichts der jüngsten Verhandlungen ist ein baldiges Kriegsende zumindest etwas in Sicht. Zerstörte Produktionsanlagen wird eine nachhaltige Stimmungswende kaum zulassen. Die Gefahr ist groß, dass der Iran-Krieg zu einer schweren Ölkrise führt und in eine Weltrezession mündet."