Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStaat baut Schuldenberg ab

29.06.2022, 09:38 Uhr

Trotz Corona-Krise und Kriegsausbruch in der Ukraine sind die Schulden des deutschen Staates im ersten Quartal gesunken. Bund, Länder, Gemeinden sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte standen mit 2318,9 Milliarden Euro in der Kreide. Das waren 992 Millionen Euro weniger als Ende 2021, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Grund dafür sei, dass "insbesondere beim Bund, aber auch bei einigen Ländern" die Verbindlichkeiten der Extrahaushalte verringert werden konnten. Schlechter fällt die Bilanz im Vergleich zum Vorjahreszeitrum aus: Gemessen am ersten Quartal 2021 nahm die Verschuldung um 5,1 Prozent oder 113,4 Milliarden Euro zu.

Der Bund allein baute seine Schulden binnen eines Quartals um 0,1 Prozent oder 1,6 Milliarden Euro auf 1546,9 Milliarden Euro ab. Die Länder drückt ein Schuldenberg von 636,7 Milliarden Euro. Das waren 0,2 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro weniger als Ende 2021. Hier gibt es allerdings große regionale Unterschiede. Rheinland-Pfalz (+4,6 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (+4,0 Prozent) wiesen jeweils einen deutlichen Anstieg auf. "In beiden Ländern ergab sich der Anstieg der Schulden aus einer höheren Emission von Wertpapieren", hieß es dazu. "In Nordrhein-Westfalen werden die Erlöse der Wertpapiere für Tilgungen im weiteren Jahresverlauf vorgehalten." Rheinland-Pfalz wiederum wollte sich günstige Zinskonditionen angesichts absehbar steigender Kreditkosten sichern,