Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStarke Bilanzen, starker DAX?

29.04.2024, 06:30 Uhr

Die neue Börsenwoche wird zeigen, ob der jüngste Enthusiasmus der Anleger nach einigen starken Konzernbilanzen berechtigt ist. Unterschiedlich ausgefallene Zahlen haben die Börsen in der alten Woche zwar zeitweise auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Die größtenteils positiven Überraschungen hievten den DAX allerdings um mehr als zwei Prozent ins Plus im Vergleich zum Vorwochenschluss. Mit 18.161 Zählern überwand er erneut die 18.000-Punkten-Marke. Allein am Freitag stand ein Plus von 1,4 Prozent oder mehr als 240 Punkten in den Handelsbüchern.

Die Experten der Helaba mahnen zur Vorsicht: "Ob Aktien nun etwa die geopolitischen Unsicherheiten einfach abschütteln und zu neuen Rekorden ansetzen, ist keineswegs ausgemacht." Einerseits sei der Mai ein traditionell schwieriger Börsenmonat, andererseits zeige sich bereits, dass die Verunsicherung über die Entwicklung der Inflation in den kommenden Wochen eher weiter zunehmen und zu einer erhöhten Volatilität am Markt beitragen dürfte.

Auch andere Experten zeigen sich zurückhaltend. "An der Wall Street gibt es eine alte Weisheit: Ein überraschend abweichender Datenpunkt ist ein Ausreißer, zwei sind ein Glücksfall, aber drei hintereinander begründen einen neuen Trend", sagt Phillip Orlando, Chefstratege des Anlageverwalters Federated Hermes. Man habe im vergangenen Jahr geglaubt, dass der Rückgang der Inflation auf einem geraden Weg nach unten sei. Dieser Trend sei allerdings in den letzten Monaten gebrochen und die Inflation scheine sich wieder zu beschleunigen.

Im Mittelpunkt in der laufenden Woche stehen daher die vorläufigen Inflationsdaten für die Eurozone. Die Veröffentlichung der deutschen Teuerungsrate im April ist für heute geplant. Morgen folgen die Daten für die gesamte Eurozone. "Aufgrund von anziehenden Energie- und Dienstleistungspreisen hat die Inflationsrate ihren Abwärtstrend wohl nicht fortgesetzt", prognostiziert Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. "Im April dürfte die Rate wie im Vormonat bei 2,4 Prozent liegen." Bei den deutschen Daten erwarten Experten sogar, dass die Teuerungsrate auf 2,3 von 2,2 Prozent im März anzieht. Für die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate (HVPI) erwarten Ökonomen jedoch einen weiteren Rückgang auf 2,2 von 2,3 Prozent im Vormonat. Damit läge die Rate nur noch knapp über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten Niveau. Die abflauende Inflation in der Eurozone eröffnet den Währungshütern die Möglichkeit, ihren Leitzins im Juni erstmals zu senken. Aktuell liegt er auf dem Rekordniveau von 4,5 Prozent. Zudem werden heute die Daten zum Verbrauchervertrauen im Euroraum veröffentlicht.

Bei den Unternehmen geht es mit der Bilanzsaison weiter. Heute legt unter anderem der Diagnostikkonzern Qiagen seine Zahlen für das erste Quartal vor. Am Dienstag stehen die Berichte von Adidas, Mercedes-Benz, Volkswagen, der Commerzbank, des Triebwerkeherstellers MTU, des Kunststoffkonzerns Covestro und des Immobilienriesen Vonovia an. Am Freitag präsentiert Daimler Truck seine Ergebnisse.

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Quelle: ntv.de