Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagStatistikamt muss kräftig korrigieren - Reallöhne sinken stärker als angenommen

27.04.2023, 10:39 Uhr
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Die Reallöhne in Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich stärker gesunken als bislang angenommen. Sie gaben um 4,0 Prozent im Vergleich zu 2021 nach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2008 und zugleich das dritte Minus in Folge. Bislang war nur von einem Minus von 3,1 Prozent ausgegangen worden. In den ersten beiden Corona-Jahren 2020 (minus 1,1 Prozent) und 2021 (minus 0,1 Prozent) hatte es weit geringere Einbußen gegeben.

Grund für die deutliche Korrektur ist, dass die Berechnungsgrundlage auf das neue Basisjahr 2022 umgestellt wurde. Dadurch wurden zum Beispiel auch kleinere Betriebe erfasst und zusätzlich zu Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten auch alle weiteren Beschäftigungsarten wie Auszubildende und Altersteilzeitbeschäftigte abgebildet. Deshalb stiegen die Bruttomonatsverdienste von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einschließlich Sonderzahlungen im Schnitt nur um 2,6 Prozent. Nach dem alten Konzept hatte das Plus bei 3,5 Prozent gelegen.

Quelle: ntv.de