Der Börsen-TagStimmung in deutscher Chemieindustrie verdüstert sich
Die schlechte Stimmung in der deutschen Chemieindustrie hat sich zu Jahresbeginn weiter eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im Januar um 2,3 auf minus 26,0 Punkte, wie aus der Umfrage des Münchner IFO-Instituts hervorgeht. Sowohl die Urteile zur aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die nächsten Monate verschlechterten sich. "Während sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft insgesamt zum Jahresstart aufgehellt hat, bleibt das Geschäftsklima in der Chemie angespannt", sagte IFO-Branchenexpertin Anna Wolf.
So könnte die Ertragslage in der Branche weiter sinken, wollen doch die Unternehmen seltener höhere Preise an ihre Kunden weiterreichen. "Das kann nur gut gehen, wenn die Kosten im Produktionsprozess entsprechend gesenkt werden können", sagte Wolf. Sorge bereitet demnach auch die Auftragslage. 40,4 Prozent der Betriebe klagten über einen Auftragsmangel – vor einem Jahr waren es lediglich 14,9 Prozent. Das wirkt sich auf die Produktion aus: Die Kapazitäten in der Chemieindustrie wurden der Umfrage zufolge nur noch zu 74,3 Prozent ausgelastet, nach 82,6 Prozent im ersten Quartal 2022.