Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Strafzölle zwingen Puma kreativ zu werden

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Puma steckt in einem Dilemma. Der fränkische Sportartikelhersteller muss auf Einfuhren aus China in die USA seit neuestem 15 Prozent Zoll zahlen, kann aber nicht die Preise entsprechend erhöhen, so lange die großen Konkurrenten Nike und Adidas es nicht auch tun. "Wir können nicht vorangehen, weil wir nicht Marktführer sind", sagte Vorstandschef Björn Gulden. Die Zölle schlügen im vierten Quartal erstmals auf das Geschäft von Puma durch. "Ohne Preiserhöhungen wird das Ebit dadurch - zumindest kurzfristig - beeinträchtigt werden.

Vorerst behilft sich Puma damit, die Produktion von Schuhen und Shirts für die USA noch mehr nach Vietnam oder Indonesien zu verlagern. Hatte Puma vor fünf Jahren noch 50 Prozent der Kollektion aus China importiert, sind es nun noch 20 Prozent. "Wir werden das weiter reduzieren. Aber das kostet Geld", sagte Gulden. Denn damit müssen Modelle an zwei unterschiedlichen Standorten genäht werden.

Um den Zöllen zuvorzukommen, ließ Puma zuletzt auf Halde produzieren und schraubte den Lagerbestand um 28 Prozent nach oben. Die Produktion in China müsse aber nicht zurückgefahren werden - dort steigt die Nachfrage rasant. Gulden hofft nun auf die neuen Kollektionen: Dann könne man neue Preise setzen, ohne dass sie als Erhöhung spürbar seien. Und spätestens dann werde auch die Konkurrenz an der Preisschraube drehen.

Quelle: ntv.de