Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTritt der Dax in die letzte Phase der Rally ein?

20.03.2025, 06:30 Uhr

Nach der Abstimmung zum deutschen Fiskalpaket ist es zur Wochenmitte in Deutschland vermehrt zu Gewinnmitnahmen gekommen. Die Anleger machten vor allem bei den zuletzt stark gelaufenen Rüstungswerten Kasse.

Der Dax verlor am Ende 0,3 Prozent auf 23.301 Punkte. Der Leitindex litt dabei vor allem unter den Verlusten bei den schwergewichteten Autoaktien. Die wichtige Fed-Sitzung am Vorabend führte zudem zur Schließung von Positionen. Dem Risiko überraschender Fed-Aussagen wollten sich Marktteilnehmer nicht aussetzen.

"Der Dax tritt jetzt in die schwierigere und vielleicht letzte Phase der Rally ein", kommentiert Jochen Stanzl von CMC Markets. "Die Spekulation der Anleger auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik, die der deutschen Konjunktur neues Leben einhauchen kann, ist zunächst einmal aufgegangen." Von nun an seien aber Gewinnmitnahmen genauso wahrscheinlich wie weitere Kurssteigerungen. "Viel hängt auch von der Bundesrats-Abstimmung am Freitag ab und einem neuen Versuch des Dax, ein Rekordhoch auszubilden."

Heute steht unter anderem der EU-Gipfel in Brüssel im Fokus. Drei Themen stehen auf der Agenda der 27 EU-Staats- und Regierungschefs: Die weitere Entwicklung in der Ukraine wird Thema sein, auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt teil. Die Bundesregierung hofft auf einen Beschluss für erhöhte Waffenhilfe für das von Russland überfallene Land. Außerdem wollen die EU-Regierungen über Wege zur Finanzierung höherer Rüstungsausgaben sprechen. Eng damit verbunden ist eine erste Debatte über den künftigen EU-Haushalt ab 2028.

Marktteilnehmer werden zudem weitere Zinsentscheidungen im Blick behalten: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte nach mehrheitlicher Einschätzung von Ökonomen ihren Leitzins noch einmal um 25 Basispunkte senken und das Zinsniveau dann bis zum Jahresende bei 0,25 Prozent stabil halten. Die britische Notenbank dürfte derweil bei ihren Zinsentscheidungen auf die Pausetaste drücken. Ökonomen erwarten, dass die Währungshüter den Leitzins bei 4,5 Prozent belassen. Allerdings könnte der Entscheid intern umstritten sein.

Chinas Zentralbank wird nach Einschätzung von Experten voraussichtlich nicht am geldpolitischen Schlüsselsatz rütteln. Er ist im Fachjargon als Loan Prime Rate (LPR) bekannt und dient zur Festlegung der Verbraucherkredit- und Hypothekenzinsen. Der Richtwert für Zinssätze mit einjähriger Laufzeit dürfte nach Einschätzung der meisten Fachleute bei 3,10 Prozent bleiben und derjenige für die fünfjährige Laufzeit bei 3,60 Prozent.

Ebenfalls auf der Tagesagenda steht EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die in Brüssel im Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des EU-Parlaments Rede und Antwort zur Geldpolitik steht. Investoren erhoffen sich von der Befragung Aufschluss über den weiteren Zinskurs der EZB.

Bilanzen gibt es von RWE, ZF Friedrichshagen, Nike und Micron.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de