Der Börsen-TagTrump droht, lockt - und überfordert die Anleger
Überwiegend mit Abgaben zeigen sich die asiatischen Börsen. Die Ölpreise bleiben hoch und Aktien der Region stehen wegen des Iran-Kriegs vor ihrem stärksten Monatsrückgang seit 2022. Die Kombination aus Inflations- und Wachstumssorgen lastet auf den Aktienmärkten. Zum Monatsultimo machen Signale der Hoffnung der Deeskalation ebenso die Runde wie solche, die an einem schnellen Kriegsende zweifeln lassen. Laut "Wall Street Journal" ist US-Präsident Donald Trump bereit, die Militäroperation gegen den Iran zu beenden, selbst wenn die Seestraße von Hormus weitgehend geschlossen bleibe. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, dass Trump eine diplomatische Lösung anstrebe, aber darauf bestehe, dass der Iran seine Atom- und Raketenprogramme aufgebe.
Zugleich bekräftigte Trump an anderer Stelle seine Drohung, die Energieinfrastruktur des Iran zu zerstören und auch die Insel Kharg, den Exporthafen für den größten Teil des iranischen Öls, auszulöschen. "Wir gehen davon aus, dass der Krieg wahrscheinlich mindestens bis Juni andauern wird (...)", mutmaßt CBA-Analyst Joseph Capurso. Anleger scheinen mit der Einordnung der widersprüchlichen Meldungslage nicht zurecht zu kommen. Im Zweifelsfall würden risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien veräußert, erläutert ein Händler.
In Japan sinkt der Nikkei 1,4 Prozent auf 51.186 Punkte angesichts der anhaltenden Sorgen über höhere Energiekosten und eine Knappheit an petrochemischen Produkten wegen des Nahost-Krieges.
Die chinesischen Börsen, die sich jüngst widerstandsfähiger gegen die Kriegsfolgen gezeigt haben, präsentieren sich mit leichten Abgaben. Während sich der HSI in Hongkong um 0,4 Prozent ermäßigt, fällt der Shanghai Composite um 0,4 Prozent. Mit einem Abschlag von 3,4 Prozent kommt der Kospi in Südkorea deutlicher unter die Räder.