Der Börsen-TagTrump fordert Zinssenkung

US-Präsident Donald Trump hat sich unmittelbar vor der Telefonkonferenz der Zentralbanken der sieben führenden Industrienationen (G7) für eine kräftige Zinssenkung in den USA ausgesprochen.
"Unsere Federal Reserve lässt uns höhere Zinsen zahlen als viele andere, obwohl wir eigentlich weniger zahlen sollten", twitterte Trump. "Das ist hart für unsere Exporteure und benachteiligt die USA im Wettbewerb. Es muss genau umgekehrt sein. Wir sollten die Zinssätze lockern und stark senken."
Fortgesetzter Tabubruch
Trump hat US-Notenbankchef Jerome Powell in der jüngeren Vergangenheit wiederholt kritisiert und Zinssenkungen gefordert. Der Republikaner wirbt im anlaufenden Präsidentschaftswahlkampf mit guter Konjunktur, sinkender Arbeitslosigkeit und Börsenboom für sich. Eine Einmischung in die Geldpolitik durch den US-Präsidenten ist eigentlich unzulässig: Die Glaubwürdigkeit der US-Notenbank hängt an ihrer formellen und praktischen Unabhängigekeit.
Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus bedroht auch die weltgrößte Volkswirtschaft und könnte Trumps Wiederwahlchancen schmälern - auch weil einer seiner derzeit aussichtsreichsten Herausforderer - Bernie Sanders - offensiv mit einer Kehrtwende im Gesundheitssystem und einer verpflichtenden Krankenversicherung für alle wirbt.
Bislang stellen ernste Erkrankungen oder gar kostspielige Krankenhausaufenthalte für viele US-Bürger ein erhebliches persönliches Finanzrisiko dar.