Der Börsen-TagTrump lästert über Kanadier

Die USA und Kanada setzen ihre Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen in Washington fort - und die Stimmung dürfte frostig sein. Der Grund: US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview mit Reportern von "Bloomberg" offenbar Dinge gesagt, die den Kanadiern überhaupt nicht gefallen. Trump und die Reporter hatten sich zwar darauf geeinigt, dass diese Äußerungen vertraulich bleiben. Doch ein Journalist des "Toronto Star" ist dennoch irgendwie auf sie gestoßen.
Und was hat Trump demnach nun gesagt? Unter anderem, dass er keine Kompromisse mit den Kanadiern eingehen werde. Das dürfe er aber nicht öffentlich sagen. Denn "das ist so beleidigend, dass es für sie dann nicht mehr möglich sein wird, einen Deal zu machen."
Eine weitere Bemerkung, die Trump nicht veröffentlicht sehen wollte: Eine mögliche Vereinbarung mit Kanada werde nur "absolut zu unseren Bedingungen" erzielt.
Trump hatte zuvor öffentlich damit gedroht, in Kanada produzierte Autos könnten mit hohen Einfuhrzöllen belegt werden, falls es nicht zu einer Einigung kommen sollte. Der US-Konzern GM baut in Ontario Modelle des Chevrolet Impala.
Vertraulich drückte Trump es mit Blick auf die Verhandlungen so aus: "Die Kanadier reißen sich den Arsch auf. Und immer wenn wie an einem Punkt ein Problem haben, hole ich ein Foto eines Chevrolet Impala raus. "Sie haben gestern Nacht an unseren Türen geklopft. [und gebeten] Lasst uns einen Deal machen. Bitte". Am Donnerstag hatten die Delegationen der USA und Kanadas bis in die Nacht hinein verhandelt. Trump nimmt nicht an den Gesprächen teil.
Die von Außenministerin Chrystia Freeland geleitete kanadische Delegation geht dem "Toronto Star" davon aus, dass die Äußerungen Trumps authentisch sind. Sie sieht sich demnach in ihrer Überzeugung bestätigt, dass Trump nicht in gutem Glauben verhandele. Der Zeitung zufolge haben die Kanadier die Gegenseite rund um ihren Handelsbeauftragten Robert Lighthizer auf die Äußerungen angesprochen.