Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTürkische Lira nach Erdogan-Äußerungen unter Druck

23.10.2018, 17:27 Uhr

Die türkische Lira hat heute erstmals seit Anfang Oktober wieder kräftig abgewertet. Zeitweise wurde ein Euro mit bis zu 6,739 Lira gehandelt. Am Morgen waren noch 6,50 Lira fällig.

Im Tagesverlauf entspannte sich die Lage etwas. Marktbeobachter verwiesen auf Meldungen, die auf Unstimmigkeiten in der türkischen Regierungskoalition hindeuten. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der der Regierungspartei AKP vorsteht, räumte ein, dass es Meinungsverschiedenheiten mit der Regierungspartei MHP gebe. Er machte deutlich, dass die Differenzen das Bündnis nicht gefährden dürften.

Neben den Differenzen zwischen den politischen Partnern rückte am Devisenmarkt zudem die nächste Zinsentscheidung der türkischen Notenbank am Donnerstag in den Fokus. Obwohl die Inflation in der Türkei zuletzt stark gestiegen ist, wird am Markt nicht mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet. Analysten gehen vielmehr davon aus, dass der Leitzins bei 24,0 Prozent stabil bleiben wird.

Neue Querelen um die Haushaltsplanung in Italien zeigten derweil wenig Wirkung am Devisenmarkt. Die EU-Kommission hat den Entwurf für einen Etat im kommenden Jahr zurückgewiesen und die Regierung in Rom aufgefordert, einen neuen Haushaltsplan vorzulegen. Die Entscheidung ist historisch beispiellos, ist an den Märkten aber erwartet worden.